Anäluege

Fachstelle zur Prävention von grenzverletzendem Verhalten und Machtmissbrauch im Betula.

Wie entstand Anäluege?

Sensibilisiert durch die „Berner Fälle“, (Aufdeckung  zahlreicher Missbrauchsfälle durch einen Sozialtherapeuten) die im Jahr 2011 bekannt wurden, entschlossen sich die Verantwortlichen des Betula, mit einer internen Arbeitsgruppe Prozesse und Abläufe zu überprüfen und die Positionen zu markieren, in denen Gewalt an Bewohnerinnen und Bewohnern sowie an Mitarbeitenden vorstellbar wären. Parallel zu dieser Arbeit wurden die Bewohnerinnen und Bewohner und die intern beschäftigten Mitarbeitenden zum selben Inhalt befragt.

Dabei kamen eine breite Sammlung an positiven Rückmeldungen sowie einige Verbesserungsvorschläge zusammen. Als Resultat dieser Standortbestimmung entschlossen sich die Verantwortlichen, eine interne Präventionsstelle einzurichten. Beinahe zeitgleich stellte der nationale Verband der Institutionen für Menschen mit Behinderung Schweiz (Insos) eine Charta zusammen, welche die Bedingungen zur Prävention von grenzüberschreitendem Verhalten in Einrichtungen regelt. Die Charta ist für alle der Insos angeschlossenen Einrichtungen verbindlich. Eine der zu erfüllenden Kriterien stellt die Verankerung einer Fachstelle Prävention in jeder Einrichtung dar.

Nachdem im Herbst 2011 mit der Konzeptarbeit begonnen wurde, konnten wir im Frühjahr 2012 mit einer internen Weiterbildung den Startschuss für das Angebot der Fachstelle „Anäluege“ geben.

Was macht Anäluege?

Die Fachstelle hat den Auftrag, Bewohnerinnen und Bewohner, ihr Umfeld sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu Fragen von Machtmissbrauch und grenzverletzendem Verhalten (im Betula immer mit Gewalt bezeichnet) zu sensibilisieren und zu beraten. Die Stelle wird durch eine weibliche und eine männliche Fachperson aus zwei unterschiedlichen Bereichen besetzt. Die beiden sind als Teammitglied und Bezugsperson im Betreuungsalltag des Betula präsent und innerbetrieblich vernetzt. Es ist zur Kultur geworden, dass Bewohnerinnen und Bewohner sowie unsere Mitarbeitenden, wahrgenommene “seltsame“ Umstände oder Beobachtungen der Fachstelle zu melden. Es ist gewünscht, dass sich der Kontakt zur Fachstelle vor allem auf der Basis von Unterstützung und Prävention entwickelt und sich dadurch ein sensibilisiertes Klima und eine hohe Fachlichkeit in der Gestaltung von Nähe und Distanz etabliert.       

In jedem Wohn- und Beschäftigungsbereich sowie über die Homepage sind Meldezettel frei zugänglich. Zudem können Meldungen mit einer Mail an anaeluege@betula.ch versandt werden.

Wie arbeitet die Fachstelle Anäluege?

Trifft eine Meldung ein, vernetzen sich die beiden Mitarbeitenden der Fachstelle baldmöglichst. Sie klären ab, ob der Sachverhalt durch sie aufgenommen und verarbeitet werden kann. Bei hoher Brisanz ist umgehend die Institutionsleitung zu informieren.

Im persönlichen Gespräch oder via Mailkontakt wird geklärt, wie sich das Anliegen darstellt und wo genau Fragen, beziehungsweise Klärungsbedarf besteht. Die Fachstelle gewinnt dadurch den Überblick über den Bedarf an Prävention oder Schulung.

Wollen sich Mitarbeitende nicht der Fachstelle anvertrauen, stehen für maximal zwei Beratungen externe Fachleute zur Verfügung.   

 

Anita Eberle, sie ist seit 2004 als Betreuerin im Externat Romishorn tätig. 079 476 31 70

 

Christoph Gensow, er ist seit 2010 in der Wohngemeinschft Tilia als Erziehungswissenschaftler B.A. tätig. 071 461 31 91

 

 

Meldung bei Verdacht auf grenzverletzendes Verhalten und/oder Machtmissbrauch

Word-Dokument (.docx)

 

Link zur Ostschweizer Patientenstelle

http://www.patientenstelle-ostschweiz.ch/kontakt/