Schon zum zweiten Mal fand in der Ilex ein besonderer Wettkampf statt. Letztes Jahr unterhielt uns die Theatersportgruppe „tiltanen“ in einem Schlagabtausch um Wörter, Sätze und Geschehnisse. Auch dieses Jahr wollten wir auf diese St.Galler Sportler nicht verzichten. Um das Ganze noch internationaler zu gestalten, konnte die Nürnberger „6Aufkraut“ dazu verpflichtet werden.

Sie werden sich fragen, welche Eigenschaften diese Athleten mitbringen müssen: Vor allem die Sprachregion des Hirnes muss ausgeprägt sein. Ausserdem sind Fantasie, Schnelligkeit, Spontaneität, Wortwitz, Humor und ein eingespieltes Team von Nöten. Pia, die Moderatorin wärmte das Publikum ein, weil dieses sehr aktiv in den Ablauf des Abends eingebunden ist. Sie bestimmen durch Begriffe, Dinge, Orte oder Charakteristika die einzelnen Szenen mit. Darum kommt man an diesem Anlass zu einem sehr exklusiven Genuss, weil die Darbietung einmalig sein wird. In den folgenden Disziplinen wurde mittels Applaus des Publikums um Punkte gespielt. Lotus: Ein Zweierteam spielte jeweils im Wechsel eine Szene mit vorgegebenem Gegenstand und Ort, dabei wechselten die Zeitformen von der Gegenwart zur Vergangenheit um dann in der Zukunft zu landen. Erschwerend kam hinzu, dass die „tiltanen“ und „6Aufkraut“ jeweils gemischt die Paare bildeten. Anfang- und Schlusssatz: Das Publikum gab „schön wars“ und „in Capri ging die Sonne unter“ vor. Die Theaterschaffenden konstruierten daraus ein bitterböses Beziehungsdrama mit traumhafter Kulisse und mörderischem Ausgang. Sing mit dem Ding: Ein Ding(- in unseren Fall eine Wasserwaage) liegt im Raum. Immer wenn jemand dieses aufnimmt ist ein Lied gefordert, das vom Keyboardspieler Christian in der Stilrichtung vorgegeben wird. Das sollte zum Abschluss eine runde Geschichte ergeben unter dem Titel: das Gebiss. Herausforderung: Die „tiltanen“ wollten von „6Aufkraut“ in einem Cartoon erfahren, warum sie zur heutigen Vorstellung zu spät kamen. Lieber Leser, wir alle haben den Deutschen nach diesem bildlichen Einblick mehr als verziehen! „6Aufkraut“ wollte als Gegenleistung von den „tiltanen“ eine Geschichte mit zehn Persönlichkeiten, inhaltlich geprägt von Hysterie. Würde jede Frau soviel Kinder gebären, wie in diesem Stück, wäre unsere AHV gesichert bis ins Jahr 2080. Doubleprintwriter: Zwei Schriftsteller schreiben, in vom Publikum vorgegeben Kunstformen, einen Roman der auch parallel vorgespielt wurde. Speedy: eine inhaltlich vorgegebene Szene wird in zwei Minuten, dann in 30Sek., 15, 7.5 und in 3 Sekunden wiedergegeben und das alles ohne Fernbedienung mit Vorlauf.

Zum Abschluss gab es noch eine Zusammenfassung von allen Darstellern im Schnelldurchgang. Falls es jemand interessiert, die „6Aufkraut“ haben mit acht zu vier Punkten gewonnen. Aber das war die grösste Nebensächlichkeit, denn wir hatten einen unterhaltsamen Abend und freuen uns auf nächstes Jahr, wenn es wieder heisst: Theatersport im BETULA.
Renate Ribler
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