Romanshorn – Freitagabend 11.April um 22.00 Uhr Ortszeit wurde im Büro des Bürgermeisters der gefürchtete „Teddybärmörder" verhaftet. Detektiv Marlowe hatte in diesem Fall ermittelt. Er rettete den Teddy aus dem Drogenmilieu, befreite Trixi und Albone vom Fluch des Bürgermeisters. Der Gerechtigkeit wurde Genüge getan. Trixi wurde verhaftet und Marlowe war es gelungen mittels Superzeitdilatation die eigentlich überlegenen Bösewichte auszuschalten.

Was klingt wie das Ende eines postmodernen Kinofilms, ist in Wahrheit der Plot einer improvisierten Theatergeschichte. Am Freitagabend füllte sich die hölzerne Halle im Obergeschoss der Hafenstrasse 1. Das Betula lud zum dritten Theatersport.

Wer hat noch nie Theatersport gesehen? Dem nicht eingeweihten Durchschnittsbürger blieb nichts Weiteres übrig, als die Hand zu heben und vorsichtig in den vollbesetzten Saal zu blinzeln. Wenige haben Improvisationstheater in seiner absoluten Reinform schon gesehen. Schade eigentlich. Im Theatersport treten zwei Teams gegeneinander an. Bei dieser Art Wettkampf entscheidet aber schlussendlich nicht der Kampf, sondern das Miteinander. Nicht nur die Tiltanen aus St.Gallen spielten mit dem Theater mit beschränkter Hoffnung (kurz TmbH) aus Konstanz. Das Publikum spielte auch mit und wurde schon am Anfang gefordert. Jeder im Saal ob Jung oder Alt musst den Vornamen seiner Mutter hinausschreien. Das gibt's nur im Improvisationstheater. Dieser aussergewöhnliche Wettkampf setzt sich aus verschiedenen Disziplinen zusammen. Es gibt eine Vielzahl von ausgefallenen Arten Theater zu spielen. Beispielsweise wurde eine Szene mit unterschiedlichen Gefühlen gespielt. Die zwei Gruppen taten sich zuerst zusammen und spielten die Grundszene. Das Publikum gab das Szenario vor. Und die Szene wurde zu einem Liebesdrama ausgebaut. Das TmbH durfte eine klassische Zombie-Friedhof-Geschichte mit dem Gefühl Heimweh verbinden. Die Tiltanen mussten sich mit dem Gefühl „wasserscheu" zurechtfinden. Es erstaunte wie schnell und kreativ die beiden Gruppen die Gefühle behandelt haben.

Niemand interessiert sich für den Gewinner und trotzdem fiebert jeder mit. Theater dieser Art hat die Eigenschaft den Zuschauer auf eine ganz eigene Art und Weise in Bann zuziehen. Das Lachen hielt den ganzen Abend an, und konnte auch nicht durch den Schluss der Veranstaltung neutralisiert werden. Theatersport ist wie eine gute Comedy Sendung, nur besser und länger.
Luca Ribler
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