Jim M.

Ich wurde am 8. Dezember 1979 in Arbon geboren. Den Kindergarten und die 1. Schulklasse habe ich in Roggwil besucht, dann bin ich in ein Heim nach Steckborn gezogen. Dort war ich bis zur 5. Schulklasse, bevor ich dann in Arbon eine Sonderschule besucht habe. Die zehnte Klasse habe ich dann in Fischingen im Chilberg besucht, dort wurde ich auch konfirmiert. Anschließend habe ich im Blindenheim St. Gallen eine Biag-Anlehre, d.h. eine interne Anlehre zum Metallbauschlosser gemacht.

Die weiteren Jahre habe ich in unterschiedlichen Betrieben gearbeitet. Zuerst vier Jahre auf einem Schrottplatz in der freien Wirtschaft, dann war ich drei Jahre als Schaustellergehilfe auf dem Jahrmarkt auf Reisen in der ganzen Schweiz. Anschliessend habe ich drei Monate in der Zuckermühle Rupperswil, danach ein paar Monate auf dem Bauamt Roggwil als Waldarbeiter gearbeitet. Jetzt bin ich im Brüggli in Romanshorn angestellt und seit einem Jahr wohne ich im Betula in der Aussenwohngruppen Tilia.

In meiner Freizeit bin ich DJ. Ich bin viel unterwegs in der ganzen Schweiz als DJ Crazy M., sonst bin ich gerne zu Hause, schaue Fernsehen, vor allem Sport und Komödien, ich koche gerne und bin mit meinen Kollegen zusammen.

Besonders stolz bin ich darauf, dass ich es als DJ soweit geschafft habe. Als DJ habe ich es zu etwas gebracht, «ich habe einen Namen». Stolz bin ich auch darauf, dass ich ein friedlicher Mensch bin, zwar verrückt, aber friedlich.

Mein weiteres Lebensziel ist eine eigene Wohnung und mein ganz großer Lebenstraum ist, irgendwann einmal im «Ballermann 6» auf Mallorca aufzulegen und als DJ noch berühmter und erfolgreicher zu werden. Sonst ist mein Ziel so zu bleiben wie ich bin.

Ich schätze an mir besonders meine Menschenkenntnis, bin engagiert und helfe mit, wenn andere Hilfe brauchen. Der Kontakt zu meiner Familie ist mit sehr wichtig, diesen möchte ich niemals verlieren. Meine Familie ist für mich mein ein und alles, ich habe ihr viel zu verdanken. Meine Familienangehörigen habe mir viel verziehen, dafür bin ich sehr dankbar. Ich habe sehr viel «Mist gebaut» in meinem Leben. Ich bin kein Mensch, dem es leicht fällt seine Dankbarkeit zu zeigen, ich versuche dies immer auf meine ganz persönliche Art und Weise zu tun.

Mein Lebensmotto lautet «Lebe Dein Leben so gut wie möglich, wenn es auch verrückt ist.» Meine Freunde sagen immer, mein Leben sei crazy und es ist auch so.

Besonders viel Freude im Leben machen mir meine Familie, meine Freundin, meine Kollegen und natürlich meine Musik. Musik zu machen gibt mir sehr viel, ich kann mir dabei den «Frust vom Leib auflegen». Dann geht’s mir immer viel besser. Aber mein Rückhalt ist im Grossen und Ganzen meine Familie und unser Hund. Den haben wir schon als Welpe bekommen und er folgt und vertraut mir völlig.

An meinem Leben im Betula gefällt mir besonders das Mitarbeiter und Bezugspersonen so offen und ehrlich sind gegenüber uns Bewohnern. Auch dass sie immer für einen da sind finde ich gut, ich hatte bisher keine negativen Erlebnisse. Wenn ich Probleme habe ist immer jemand da, mit dem ich reden kann. Wichtig fürs Leben im Betula ist, dass sich alle an die Spielregeln halten, damit ein Zusammenleben funktioniert.

Was ich abschliessend noch sagen möchte ist, dass ich sehr stolz darauf bin, dass ich mit meiner Bezugsperson zusammen besprechen kann wie ich meine Ziele erreichen kann. Mein Traum ist es irgendwann einmal mit meiner Freundin zusammen zu ziehen, zuerst auch in einer betreuten Wohnform und später dann ohne Betreuung. Aber ich möchte mir Zeit lassen, ich möchte mich nicht unter Druck setzten. Ich bin sehr froh, dass ich im Betula wohne. Wenn ich den Schritt hierher nicht geschafft hätte, dann würde ich heute in der «Gosse» leben, ich würde auf der Strasse stehen.