LOA: «Ich bin dabei zu lernen, nicht auf die Probleme zu starren. Das ist für mich sauschwer.»

Jede und jeder kann vieles – darauf bauen wir!
Die Basis jeder betreuenden Begleitung sind die konstruktiven Fähigkeiten des begleiteten Menschen selbst.
Lösungsorientiertes Betreuen heisst für uns, sich über positive Vorstellungen – und mit Bezug auf Erreichtes – auf Lösungsmöglichkeiten einzulassen.

Was wir mit der Lösungsorientierten Arbeit erreichen

  • Stabilisierung in prekären psychischen und beruflichen Situationen
  • Aufbau von nachhaltigen Fähigkeiten im Bereich Lebensgestaltung und Lebensführung
  • Hinführung zu positiver Genussfähigkeit
  • Hinführung zu einer möglichst selbstständigen Lebensführung in einer begleiteten Wohnform oder zum selbstständigen Führen eines eigenen Haushalts mit niederschwelliger Betreuung
  • Hinführung zum Ablösungspunkt

Statt Probleme benennen, Talente würdigen
Betreute setzen sich im Betula ihre Ziele in Zusammenarbeit mit der Bezugsperson selber. Die betreuten, erwachsenen Menschen lernen mit der Bezugsperson Ziele so zu formulieren, dass diese erreichbar sind.

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Video-Statement Christian Brönimann

Die Haltung des Betreuers öffnet Verschlossenes
Die Fähigkeit von Betreuern eine lösungsorientierte Haltung Klienten oder Betreuten gegenüber einzunehmen, ist von entscheidender Bedeutung für die erfolgreiche Durchführung des LOA Ansatzes. Der Betreuer im Betula verfügt in seinem fachlichen Verhalten die Kompetenz, einem zukunftsgerichteten, positiven Menschenbild Ausdruck zu verleihen, wie auch Hoffnung zu kreieren.

Verhaltenskompetenzen des Betreuers

  • Wertschätzende Haltung
  • Nicht-Wissen (Annahmen keinen Glauben schenken)
  • Fragen statt sagen
  • Die Klienten geben die Ziele vor
  • Ressourcen und Fähigkeiten erkennen, auf das Gelingen fokussieren
  • Mit dem Klienten sprechen, statt über ihn

Grundlegende Entwicklungschritte ermöglichen
Neben der Haltung des Betreuers – seinem positiven Menschenbild – sind folgende stipulierten Annahmen das „Geheimrezept“ für die erfolgreiche, beratende Betreuung:

  • Probleme sind Herausforderungen, die jeder Mensch auf seine ganz persönliche Art zu bewältigen sucht.
  • Alle Menschen haben Ressourcen, um ihr Leben zu gestalten. In «eigener Sache» ist der Einzelne kundig und kompetent. Der Klient ist der Experte für das eigene Leben.
  • Menschen können nicht «nicht kooperieren». Jede Reaktion ist eine Form von Kooperation (auch das, was wir als Widerstand wahrnehmen).
  • Nichts ist immer gleich. Ausnahmen deuten auf Lösungen hin.
  • Menschen beeinflussen sich gegenseitig. Sie kooperieren eher und ändern sich leichter in einem Umfeld, das ihre Stärken und Fähigkeiten unterstützt.
  • Es ist nützlich dem betreuten Menschen genau zuzuhören und ernst zu nehmen, was er sagt (Wir sind versucht zwischen den Zeilen zu lesen, aber dort finden sich häufig nur subjektive Annahmen).
  • Es ist hilfreich, sich am Gelingen in der Gegenwart zu orientieren und davon kleine Schritte für die Zukunft abzuleiten.
  • Mit etwas aufzuhören, etwas zu stoppen, ist die schwierigste Form der Veränderung. Etwas Neues zu beginnen ist viel leichter und macht mehr Spass.
  • Man muss das Problem nicht kennen und analysieren können, um eine Lösung zu finden.
  • Was wir bekämpfen, verstärken wir.
  • Hinter jedem Vorwurf und jeder Klage steckt ein Wunsch, den es sich lohnt aufzuspüren.

Geschichte und Wurzeln
Beim Lösungsorientierten Ansatz (LOA) handelt es sich ursprünglich um eine aus der humanistischen Psychologie entwickelte Kurzzeittherapie von Steve de Shazer und Insoo Kim Berg. Über viele Jahre haben später die Schweizer Kaspar und Marianne Bäschlin die Prinzipien und Techniken der Lösungsorientierung für die Arbeit im sozialpädagogischen Bereich weiterentwickelt. Ihrem erfolgreichen und unermüdlichen Einsatz ist es zu verdanken, dass der LOA Ansatz in der Schweiz einige Bekanntheit und Annerkennung in Fachkreisen erlangte.