Abschluss- und Vernetzungsevent des SOAB-Projektes „365 | 52 | 12 = 1“
06.11.2012 18:58
Im Sommer 2011 wurde im Rahmen der sozialraumorientierten
Arbeit des Betula das Projekt „365 | 52 | 12 = 1“ ins Leben gerufen. Dieses
bestand aus drei Teilprojekten:
365 Menschen
aus Romanshorn – darunter auch Betreute und Betreuer des Betula – verfassten
täglich ganz persönliche Texte zu ihrem Lebensraum.
52 Wochen lang
hat Ivo Reich, Sozialpädagoge in Ausbildung im Betula, von seinem Alltag als
Betreuer und den Herausforderungen, die sich ihm stellten, berichtet. Dazu
wurden wöchentlich Videoclips veröffentlicht.
12 monatlich
veröffentlichte Artikel zeigten Menschen, die sehr spezielle Zugänge zu
Lebensräumen haben. Romanshorn wurde aus einem anderen Blickwinkel, einer anderen
Perspektive gezeigt.
Am 2. November 2012 fand das Projekt
bei einem Vernetzungsevent seinen Abschluss. Dieser traf, wie das gesamte
Projekt, auf grosse Zustimmung; Rund 100 Gäste fanden den Weg in die Aula
Rebsamen, wo sie sich bei einem reichhaltigen Apéro bedienen durften. Es
entstanden angeregte Gespräche und Diskussionen. Um 20.00 Uhr nahmen die Gäste
ihre Plätze ein, in freudiger Erwartung dessen, was folgte.
Als Erster betrat Adrian Rieter,
Präsident des Vereins Betula, die Bühne und schilderte seine Eindrücke, die er
im vergangenen Jahr gesammelt hat. Das Projekt sei eine grosse Herausforderung
für alle Beteiligten gewesen. Beteiligte, die sich mit viel Herzblut dafür
eingesetzt haben und das Projekt so zu einem grossen Erfolg haben werden lassen.
Anschliessend ergriff Stefan Ribler
das Wort. Auch der Co-Institutionsleiter zeigt sich begeistert ob des
Engagements aller Mitwirkenden. Er erklärte den Gästen die nachfolgenden
Programmpunkte und läutete den Nächsten sogleich ein.
Philipp Langenegger, renommierter
Schauspieler aus Urnäsch, führte die Anwesenden durch den Abend. Mit seiner
humorvollen und lockeren Art wusste er die Gäste stets zu unterhalten. Er las
einige der 365 veröffentlichten Texte zum Thema Lebensraum vor. So wie alle Verfasser
unterschiedlich sind, so individuell waren auch deren Texte. Mitreissend,
witzig, traurig – einige lang und ausführlich, andere kurz und prägnant. Menschen
jeder Alterskategorie und Herkunft haben einen Text zu ihrem Lebensraum
verfasst. Die Zuhörer waren sichtlich mitgerissen.
Die anschliessende Podiumsdiskussion
widmete sich dem Teilprojekt 52 und wurde ebenfalls von Philipp Langenegger
moderiert. Folgende Personen waren beteiligt:

Ivo Reich, Sozialpädagoge i.A. | Roger Märkli, Lernbegleiter im SBW Haus des Lernens, Produzent der Videoclips |
Rosmarie Arnold, Dozentin FHS, Fachliche
Begleitung und Blogschreiberin | Edith
Kessler, Bewohnerin Externat, Mitarbeiterin Abteilung
Dienste | Peter Höltschi, Mitglied
Gemeinderat Romanshorn – Ressort Kultur und Freizeit
Zunächst wurde Ivo Reich zu seinem
Alltag und den sich ihm stellenden Herausforderungen als Sozialpädagoge
befragt. Er und Roger Märkli schilderten, wie die Zusammenarbeit bei der
Erarbeitung der 52 Videoclips funktioniert hat. Untermalt wurde das Gespräch von
Beispielclips. Auch Rosmarie Arnold, Dozentin an der FHS St. Gallen, wurde bei
der Veröffentlichung der Videoclips eingespannt. Woche für Woche hat sie die
gedrehten Videos im Betula-Blog kommentiert, fachlich reflektiert und somit der
Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Das Betula sei ihr im Verlauf des
vergangenen Jahres sehr ans Herz gewachsen. Beim Podiumsgespräch erzählte sie
unter Anderem von der steigenden Anzahl Studenten im Bereich der Sozialpädagogik
und sozialen Arbeit. Das nächste Thema der Diskussion war die Popularität des
Betula bei den Bürgerinnen und Bürgern von Romanshorn. Eingeleitet wurde dieses
wiederum mit einem Videoclip, in welchem Passanten zu ihrem Kenntnisstand
befragt wurden. Den meisten der Befragten war das Betula bereits ein Begriff,
einige wussten sogar sehr genau Bescheid. Dies wiederspiegelt auch die Meinung
von Edith Kessler. Sie wohnt in einer Externatswohnung und arbeitet in der
Abteilung Dienste des Betula. Sie schätzt es, wenn Romanshorner das Betula
kennen und würde es begrüssen, wenn dieses Wissen noch weitere Bürger erreichen
würde. Als Vertreter der politischen Gemeinde wurde Peter Höltschi eingeladen.
Er erklärte den Anwesenden, dass das Betula trotz der aufkommenden Kosten ein
grosser Gewinn für Romanshorn sei. Er empfindet die sozialraumorientierte
Arbeit als gutes Instrument für die Integration unserer Bewohner – als Beispiel
nannte Herr Höltschi den regelmässig stattfindenden Lauftreff, wo stets
Bewohner des Betula anzutreffen sind.
Nachdem die Podiumsdiskussion
abgeschlossen wurde, las Philipp Langenegger weitere Texte vor. Die beiden
Co-Institutionsleiter, Christian Brönimann und Stefan Ribler, schlossen den
Abend mit einer Danksagung ab und luden die Gäste zum Verweilen ein. Ein gelungenes
Projekt findet seinen Abschluss mit einem ebenso gelungenen Abend.
Das Betula Romanshorn bedankt sich
herzlich bei
- allen
365 Menschen, die sich bereit erklärten, uns an ihrem Lebensraum teilhaben zu
lassen.
- jenen,
die sich für die wöchentliche Entwicklung und Veröffentlichung der Videoclips
eingesetzt haben.
- denjenigen,
die uns Monat für Monat einen besonderen Lebensraum in Romanshorn näher
gebracht haben.
- den
Gästen des Abschluss- und Vernetzungsevents für ihr Kommen, sowie all jenen,
die für die Organisation und Durchführung des Abends verantwortlich waren.
Zurzeit läuft die Planung einer
Buchveröffentlichung mit den bereits im Internet veröffentlichten Texten. Bis
dahin können diese, sowie auch die gedrehten Videoclips und Bildaufnahmen, auf
unserer Homepage www.betula.ch eingesehen werden.
Text
Simon Schmid
Fotos
Hansjörg Neff
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