Abschluss- und Vernetzungsevent des SOAB-Projektes „365 | 52 | 12 = 1“

Im Sommer 2011 wurde im Rahmen der sozialraumorientierten Arbeit des Betula das Projekt „365 | 52 | 12 = 1“ ins Leben gerufen. Dieses bestand aus drei Teilprojekten:

365 Menschen aus Romanshorn – darunter auch Betreute und Betreuer des Betula – verfassten täglich ganz persönliche Texte zu ihrem Lebensraum.

52 Wochen lang hat Ivo Reich, Sozialpädagoge in Ausbildung im Betula, von seinem Alltag als Betreuer und den Herausforderungen, die sich ihm stellten, berichtet. Dazu wurden wöchentlich Videoclips veröffentlicht.

12 monatlich veröffentlichte Artikel zeigten Menschen, die sehr spezielle Zugänge zu Lebensräumen haben. Romanshorn wurde aus einem anderen Blickwinkel, einer anderen Perspektive gezeigt.

Am 2. November 2012 fand das Projekt bei einem Vernetzungsevent seinen Abschluss. Dieser traf, wie das gesamte Projekt, auf grosse Zustimmung; Rund 100 Gäste fanden den Weg in die Aula Rebsamen, wo sie sich bei einem reichhaltigen Apéro bedienen durften. Es entstanden angeregte Gespräche und Diskussionen. Um 20.00 Uhr nahmen die Gäste ihre Plätze ein, in freudiger Erwartung dessen, was folgte.

Als Erster betrat Adrian Rieter, Präsident des Vereins Betula, die Bühne und schilderte seine Eindrücke, die er im vergangenen Jahr gesammelt hat. Das Projekt sei eine grosse Herausforderung für alle Beteiligten gewesen. Beteiligte, die sich mit viel Herzblut dafür eingesetzt haben und das Projekt so zu einem grossen Erfolg haben werden lassen.

Anschliessend ergriff Stefan Ribler das Wort. Auch der Co-Institutionsleiter zeigt sich begeistert ob des Engagements aller Mitwirkenden. Er erklärte den Gästen die nachfolgenden Programmpunkte und läutete den Nächsten sogleich ein.

Philipp Langenegger, renommierter Schauspieler aus Urnäsch, führte die Anwesenden durch den Abend. Mit seiner humorvollen und lockeren Art wusste er die Gäste stets zu unterhalten. Er las einige der 365 veröffentlichten Texte zum Thema Lebensraum vor. So wie alle Verfasser unterschiedlich sind, so individuell waren auch deren Texte. Mitreissend, witzig, traurig – einige lang und ausführlich, andere kurz und prägnant. Menschen jeder Alterskategorie und Herkunft haben einen Text zu ihrem Lebensraum verfasst. Die Zuhörer waren sichtlich mitgerissen.

Die anschliessende Podiumsdiskussion widmete sich dem Teilprojekt 52 und wurde ebenfalls von Philipp Langenegger moderiert. Folgende Personen waren beteiligt:

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Ivo Reich,Sozialpädagoge i.A. | Roger Märkli,Lernbegleiter im SBW Haus des Lernens, Produzent der Videoclips| Rosmarie Arnold,Dozentin FHS, Fachliche Begleitung und Blogschreiberin | Edith Kessler,Bewohnerin Externat, Mitarbeiterin Abteilung Dienste | Peter Höltschi, Mitglied Gemeinderat Romanshorn – Ressort Kultur und Freizeit

Zunächst wurde Ivo Reich zu seinem Alltag und den sich ihm stellenden Herausforderungen als Sozialpädagoge befragt. Er und Roger Märkli schilderten, wie die Zusammenarbeit bei der Erarbeitung der 52 Videoclips funktioniert hat. Untermalt wurde das Gespräch von Beispielclips. Auch Rosmarie Arnold, Dozentin an der FHS St. Gallen, wurde bei der Veröffentlichung der Videoclips eingespannt. Woche für Woche hat sie die gedrehten Videos im Betula-Blog kommentiert, fachlich reflektiert und somit der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Das Betula sei ihr im Verlauf des vergangenen Jahres sehr ans Herz gewachsen. Beim Podiumsgespräch erzählte sie unter Anderem von der steigenden Anzahl Studenten im Bereich der Sozialpädagogik und sozialen Arbeit. Das nächste Thema der Diskussion war die Popularität des Betula bei den Bürgerinnen und Bürgern von Romanshorn. Eingeleitet wurde dieses wiederum mit einem Videoclip, in welchem Passanten zu ihrem Kenntnisstand befragt wurden. Den meisten der Befragten war das Betula bereits ein Begriff, einige wussten sogar sehr genau Bescheid. Dies wiederspiegelt auch die Meinung von Edith Kessler. Sie wohnt in einer Externatswohnung und arbeitet in der Abteilung Dienste des Betula. Sie schätzt es, wenn Romanshorner das Betula kennen und würde es begrüssen, wenn dieses Wissen noch weitere Bürger erreichen würde. Als Vertreter der politischen Gemeinde wurde Peter Höltschi eingeladen. Er erklärte den Anwesenden, dass das Betula trotz der aufkommenden Kosten ein grosser Gewinn für Romanshorn sei. Er empfindet die sozialraumorientierte Arbeit als gutes Instrument für die Integration unserer Bewohner – als Beispiel nannte Herr Höltschi den regelmässig stattfindenden Lauftreff, wo stets Bewohner des Betula anzutreffen sind.

Nachdem die Podiumsdiskussion abgeschlossen wurde, las Philipp Langenegger weitere Texte vor. Die beiden Co-Institutionsleiter, Christian Brönimann und Stefan Ribler, schlossen den Abend mit einer Danksagung ab und luden die Gäste zum Verweilen ein. Ein gelungenes Projekt findet seinen Abschluss mit einem ebenso gelungenen Abend.

Das Betula Romanshorn bedankt sich herzlich bei

-        allen 365 Menschen, die sich bereit erklärten, uns an ihrem Lebensraum teilhaben zu lassen.

-        jenen, die sich für die wöchentliche Entwicklung und Veröffentlichung der Videoclips eingesetzt haben.

-        denjenigen, die uns Monat für Monat einen besonderen Lebensraum in Romanshorn näher gebracht haben.

-        den Gästen des Abschluss- und Vernetzungsevents für ihr Kommen, sowie all jenen, die für die Organisation und Durchführung des Abends verantwortlich waren.

Zurzeit läuft die Planung einer Buchveröffentlichung mit den bereits im Internet veröffentlichten Texten. Bis dahin können diese, sowie auch die gedrehten Videoclips und Bildaufnahmen, auf unserer Homepage www.betula.ch eingesehen werden.

 

Text
Simon Schmid
Fotos
Hansjörg Neff

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