Woche 40: 40/52: Gesprächsführung konkret. Ein Auszug aus einem Gespräch. An dieser konkreten Gesprächsführungssequenz können lösungsorientierte Ansätze beobachtet werden.
Ein Lehrfilm für die Ausbildung?
Danke, liebe Manuela, liebe Monica für diesen wunderbaren Einblick in die Gesprächsführung und Bezugspersonenarbeit in der Wohngruppe Tilia!
Ganz verschiedene wichtige Aspekte für Bezugspersonenarbeit und respektvolle Gesprächsführung werden uns da aufgezeigt:
Die Bezugspersonenarbeit mit Menschen beinhaltet eine positiv erlebte gefühlsmäßige Bindung zwischen Menschen
Sie beinhaltet immer ein Wechselwirkungsverhältnis zwischen den Beteiligten
Sie basiert darauf, dass Antworten oder Lösungen nicht erzwungen werden dürfen – und insbesondere das Verbot von Täuschung oder Manipulation
Es geht immer um Aufrechterhaltung der Beziehung im Interesse der Beteiligten und der jeweiligen Lebenssituation
Es müssen immer die gegenwärtigen Voraussetzungen und zukünftigen Möglichkeiten der Beteiligten angesprochen und mitbedacht werden
Die Arbeit im Setting der Bezugspersonenarbeit ist ausgerichtet auf möglichst hohe Autonomie der Betroffenen,
Die Auflösung der Beziehung zugunsten neuer Settings darf thematisiert werden
All dies wurde uns in dieser Gesprächssequenz aufgezeigt!
Manuela gibt uns ganz differenzierte Einblicke, zum Beispiel auf die Frage: Ist das drüber reden hilfreich, oder die Art des Gespräches? „Drüber reden schon, aber auch, dass man einzeln reden kann.“
Oder auf die Frage: Reden Kollegen anders als professionelle Bezugspersonen? „Kollegen erzählt man vielleicht mehr, dem einen oder anderen – im Bezugspersonengespräch wird man aber ernster (ernst!) genommen“
Selten gibt es so mutige und ehrliche Einblicke in die direkte Arbeit! Ich würde diesen Clip gerne nutzen, um ihn bei passender Gelegenheit mit unseren Studierenden zu besprechen, zum Beispiel im Zusammenhang mit Haltungs- und Wertefragen im methodischen Handeln.
Rosmarie Arnold, Dozentin FHS